Beiträge vom Juli, 2016

Kinderheim „Haus südSee“ eingeweiht.

Dienstag, 12. Juli 2016 9:04

Am 10.06.2016 wurde das neue „Haus südSee“ feierlich eröffnetIn Seeshaupt ist am Freitag, den 10. Juni 2016 das Kinderheim „Haus südSee“ eingeweiht worden.
Acht Kinder und Jugendliche können dort im wunderschönen Neubau betreut und gefördert werden und zudem gibt es im Erdgeschoss ein Appartement für „Betreutes Wohnen“, in dem ein junger Erwachsener bis zum Ausbildungsende wohnen kann und unterstützt wird, erklärt das Gründungsmitglied Gerlinde Fent.

Im Jahr 2006 hatten die acht Gründungsmitglieder den Verein südSee Kinder- und Jugendhilfe gegründet und verwirklichten im Jahre 2007 mit Eröffnung der „Villa südSee“ ihre Idee, im eigenen Wohn- und Lebensort ein Kinderheim zu betreiben, in dem Partizipation und Mitbestimmung der Mitarbeiter und der Kinder und Jugendlichen, in dem die Erziehung der acht Kinder durch Betreuer, die langfristig in der Einrichtung arbeiten und intensive schulische Förderung höchste Werte sind, erzählt die Mitarbeiterin Andrea Hausmann.
Insgesamt betreuen und fördern die 12 Pädagoginnen, Pädagogen und die zwei Therapeutinnen aus Seeshaupt und Umgebung nun in beiden Häusern rund um die Uhr 17 Kinder und Jugendliche, die aus den unterschiedlichsten Gründen, wie z.B. Verwahrlosung, schwere Erkrankung oder Verlust der Eltern vom Jugendamt untergebracht werden müssen, in den beiden Häusern.

Nachdem eine Mitarbeiterin im Jahr 2012 ein ideales, 2100 qm großes Grundstück in der Schechener Straße in Seeshaupt fand, ergriff der Verein aufgrund der vielen Nachfragen nach Plätzen und der so gelungenen Integration der Kinder im Ort die Chance auf Erweiterung und erwarb das Grundstück zum Kaufpreis von 750000€ mit Spendenmitteln und einem Darlehen der Sparkasse, erklärt der Kassier des Vereins Michael Schmidt.
Intensiv wurde gemeinsam die Planung diskutiert und ausgearbeitet und zahlreiche Spender und Förderer unterstützten das Projekt.

So war im November 2014 der Baubeginn und schon zum Schuljahresbeginn 2015 konnten neun Kinder und Jugendliche ihr neues Domizil beziehen. Was war das für eine Freude-nun ein „eigenes Reich“ in den mit Hilfe der Betreuerinnen selbst gestalteten Einzelzimmern zu haben.

Schön ist es geworden, das teils holzverschalte Steinhaus, das nach neuesten ökologischen Standards mit einer Erdwärmepumpe, die von einem Kachelofen mit Wassererwärmung unterstützt wird, beheizt wird. Auf dem Dach sorgt eine 10 KW Photovoltaikanlage für elektrische Energie. Umweltschutz ist dem Verein ein großes Anliegen.
Lichtdurchflutet ist die große gemütliche Wohnküche mit dem großen Holztisch, in der gemeinsam gekocht, gegessen, gespielt und gelebt wird. Nebenan im Erdgeschoss ein in blau gehaltenes Wohnzimmer mit Kachelofen, in dem ein großes Gemälde des Kunstmalers Rainer Wagner (eine Leihgabe des Mäzens) hängt und ein Klavier steht.

Vorbei am Nebeneingang zum Appartement für betreutes Wohnen geht es hinauf im hellen Treppenhaus, das mit vielen Werken der Kinder aus der Kunsttherapie geschmückt ist, zu den acht Einzelzimmern und zwei Bädern der Kinder und Jugendlichen. Ganz individuell und liebevoll gestaltet sind die Zimmer mit Vollholzmöbeln, unterschiedlichen Betten , Schränken, Bildern und und und. Auch hier sieht man, wie sorgsam und geschmackvoll alles gestaltet ist, wie auf die Bedürfnisse des Einzelnen eingegangen wird.

Im zweiten Stock befindet sich ein schöner Therapieraum für die Kinder der Einrichtung und ein großes Appartement, ein Multifunktionsraum-für Elterngespräche, zum Übernachten für Besucher oder auch für junge Erwachsene, die früher im Haus südSee gelebt haben und vielleicht einmal eine Bleibe brauchen für ein paar Tage oder Wochen in ihrem späteren Leben.

Im Keller des Hauses sind mehrere Funktionsräume, Lager, Sportraum, Werkraum, die Heizung und die Waschküche.

1,28 Millionen mit einer Wohn-, Nutzfläche von 500 qm hat das Haus südSee gekostet, das nun, wie es die Vorstandsmitglieder Hans Wagner und Alexandra Windisch so schön in ihrer Eröffnungsrede schildern über Jahrzehnte eine Heimat in Seeshaupt für viele benachteiligte Kinder und Jugendliche sein wird. Mit 400.000 Euro hat die Organisation Sternstunden e.V., beim Fest vertreten durch Sabine Demmel und durch Viktoria Lauterbach, der Frau des Projektpaten Heiner Lauterbach das Projekt gefördert, 100.000 € hat die bayrische Landesstiftung übernommen und viele Stiftungen, Vereine, Lions-, Rotaryclubs, Freunde und Förderer des südSee Kinder- und Jugendhilfe e.V. haben für das Haus gespendet. Der Rest wurde über langfristige Darlehen bei der Raiffeisenbank finanziert.

„Sternstunden für südSee feiern wir heute alle gemeinsam“, sprach es der Vorsitzende Manfred Fent in seiner Rede aus „Sterne unterschiedlicher Gestalt mit je eigener Ausstrahlung leuchten uns-
personifizierte Sterne, die Spenderinnen und Spender, die vielen einzelnen Spender von Sternstunden, die Hausbauer und Handwerker, die Förderer, die Freunde, Kolleginnen und Kollegen- die neuen und alten Kinder, das Dorf und fügen sich zusammen in einem Sternbild.
Alle zusammen haben in der Gesamtheit der Einzelnen dieses Sternbild gestaltet-eine Vision wirklich und erlebbar gemacht – eine Heimat für 17 Kinder und Jugendliche in Seeshaupt. Dafür bedankt er sich im Namen des Vereins und schätzt sich im Sinne von Antoine de Saint-Exupéry glücklich „Sterne wie niemand Anderes zu haben“.

„Die südSeeKinder gehören einfach zu uns und wir sind glücklich solch schöne Kinderheime in Seeshaupt zu haben“ resümiert Bürgermeister Bernwieser in seiner Ansprache zur Eröffnung bevor Dr. Behrens Ramberg vom Lionsclub König Ludwig II, Starnberger See von der tiefen und langjährigen Verbundenheit zum Verein südsee spricht und Pfarrer Mladen Znahor und Pfarrerin Sandra Gassert das Haus einweihen.

Im Anschluss feiern die Freunde, Förderer , Handwerker, Kinder, Jugendlichen und die Pädagogen bei strahlendem Sonnenschein im großen Garten des Hauses mit musikalischer Begleitung der Schnipsy Kings aus Iffeldorf, Gitarrenspiel der Kinder, einem Theaterstück der befreundeten Schüler aus Meissen, Tisch Tennis, Kickern, Spielen im Garten, Kinderschminken, vielen interessanten Unterhaltungen und Hausführungen und kulinarischer Versorgung bis spät am Abend.

Manfred Fent

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